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RWE plant wegen CO2 keine neuen Kohlekraftwerke in Deutschland
21.01.2009 |
RWE zieht als erster großer Energiekonzern die Konsequenzen aus der bevorstehenden Voll-Auktionierung für CO2-Zertifikate für die Zeit nach 2012 und legt neue (noch nicht in Bau befindliche) Kohlekraftwerksprojekte aus Kostengründen auf Eis. Der Konzern zeigt damit, dass der Bau neuer Kohlekraftwerke in der EU nicht mehr wirtschaftlich ist und RWE offenbar kein Vertrauen in den erfolgreichen Einsatz der CCS Technik hat. Außerhalb von Westeuropa bleibt jedoch alles beim Alten. Dort sind weitere Kohle- und Atomkraftwerke geplant.
Das Onlineportals von Dow Jones Deutschland
(www.dowjones.de/site/2009/01/-rwe-plant-wg-co2-keine-neuen-kohlekraftwerke-.html)
meldet heute:
BERLIN (Dow Jones)--Die RWE AG will wegen der Kosten für den CO2-Handel keine großen neuen Kohlekraftwerke in Westeuropa bauen. "Wegen der vollen Auktionierung der CO2-Rechte ab 2013 wird RWE große Projekte für Kohlekraftwerke in westeuropäischen Ländern wie Deutschland oder Großbritannien aussetzen", sagte der Vorstandsvorsitzende von RWE Power, Johannes Lambertz, am Dienstag dieser Woche.
Diese Projekte würden aufgeschoben, bis die Kosten für den CO2-Handel durch einen höheren Strompreis wieder ausgeglichen werden könnten, sagte Lambertz am Rande der Handelsblatt Jahrestagung Energie in einem Interview mit Dow Jones Newswires. Kraftwerke, die bereits im Bau seien, werde man jedoch Fertigstellen.
Bis 2012 will RWE rund 20 Mrd. EUR in neue Kraftwerkskapazitäten investieren, darunter 7 Mrd. EUR auf dem deutschen Markt. Zu den laufenden Projekten gehören ein Kraftwerk mit einer Leistung von 2,1 Gigawatt in Neurath und eines mit 1,6 Gigawatt in Hamm.
Die Aussagen von Lambertz sind die erste Bestätigung dafür, dass RWE als Reaktion auf die CO2-Regelung in der EU die Planung neuer Kohlekraftwerke in Westeuropa nun auf Eis legt. Die EU hatte sich im vergangenen Monat darauf verständigt, dass Zertifikate für den CO2-Handel, die den Unternehmen bislang kostenlos zugeteilt worden waren, gekauft werden müssen.
Man habe immer gefordert, dass Anlagen, die auf dem neuesten Stand der Technik seien, diese Zertifikate kostenlos erhalten müssten, sagte Lambertz und bekräftigte damit die bisherige Kritik an der neuen Regelung. Dann gebe es einen Anreiz zum Bau neuer Anlagen - mit der jetzigen Regelung dagegen würden bestehende Kraftwerke länger genutzt.
